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Hans-Hermann von Katte: Bild von seinem Skelett aufgetaucht

Bereits im Herbst 1987 öffnetten Wissenschaftler, des Instituts für Rechtsmedizin in Potsdam, den schmucklosen Henkerssarg von Hans Hermann von Katte, um das Skelett im Rahmen eines Forschungsvorhabens zur Vererbung anatomischer Normvarianten für praktische Identifizierungszwecke zu untersuchen.

 

 

 

War eine Identifizierung nach dreister Kuriositätensammler noch als verbürgt anzusehen?

 

Die Wissenschaftler, unter der Leitung von Dr. Kurt Markert, erforschten die sterblichen Überreste dreier Generationen derer von Katte, die in der Familiengruft im Havelländischen Wust aufgebahrt wurden. Die notwendige Sicherheit erlangten die Mediziner, durch die praktische Bestätigung der primären These von der Nachweisbarkeit verwandtschaftlicher Beziehungen am Skelettsystem.

 

Hans Hermann von Katte zweifelsfrei identifiziert

 

Die letzte Sicherheit brachte die Röntgenuntersuchung des Schädels in zwei Ebenen. Dabei wurden die Türkensattelregion (es handelt sich dabei um eine markante Vertiefung der Schädelhölenbasis) als Erbgang überprüft. Dabei war die Identifizierung Kattes nur ein Nebenprodukt des eigentlichen Forschungszieles. Ziel war es damals, ein neues Zuordnungsverfahren in der gerichtsmedizinischen Praxis zu erlangen, wenn andere Vergleichsuntersuchungen nicht mehr durchführbar sind. Das kann z.B. bei Katastrophen mit einer großen Anzahl von Opfern sein.

 

Wer war Hans Hermann von Katte?

 

Ein königlich-preußischer Offizier im Kürassierregiment Garde Gens´d Armes war ein Vertrauter des Kronprinzen Friedrich II., der unter seinen Vater Friedrich Wilhelm I. schwer zu leiden hatte. Letztendlich unternahm der 18-jährige Kronprinz im Sommer 1730 während einer Reise des Königs einen Fluchtversuch. Hans-Hermann sollte ihn dabei unterstützen. Sie gingen dabei derart dilletantisch vor, dass dieser Aufflog.

 

Das Kriegsgericht von Köpenick

 

Der junge Friedrich wurde auf der Burg Wesel festgenommen und von seinem Vater nach Küstrin auf Festungshaft verbannt. Nach der Rückkehr in Berlin wurde Hans-Hermann von Katte inhaftiert. Es folgte das Kriegsgericht in Schloss Köpenick. Auf Geheiß des Königs sollte der Leutnant vor den Augen des Kronprinzen in Küstrin hingerichtet werden.
 
In meinen Führungen "Spaziergang durch das Küstriner Pompeji" zeichne ich die dramatischen Ereignisse des Fluchtversuchs, bis hin zum Höhepunkt, der Hinrichtung des noch jungen Hans Hermann von Katte in Küstrin nach. Ab sofort wird es auch eine Fotografie der Gebeine des Offiziers zu sehen geben.

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Kostrzyn / Küstrin, 2019-07-14

 

Vorankündigung: Ab dem 20. Juli 2019 wird es während meiner Führung "Spaziergang durch das Küstriner Pompeji" ein Bild vom Skelett des jungen Hans Hermann von Katte zu sehen geben. Dazu erscheint vorab auf meiner Webseite www.klaus-ahrendt.de ein Artikel. Seien Sie also gespannt auf neue Erkenntnisse und spannende Geschichten rund um den Kronprinzenkonflikt anno 1730.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

So, 14. Juli 2019

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